
Warum ich Bachblüten-Rescue-Tropfen bewusst nicht für den Alltag empfehle
Kaum ein Produkt aus der Welt der Bachblüten ist so bekannt wie die sogenannten Rescue-Notfalltropfen. Dabei beobachte ich immer wieder Missverständnisse rund um deren Anwendung. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, den ursprünglichen Sinn der Rescue-Tropfen zu verstehen, typische Fehlanwendungen zu vermeiden, und einen bewussteren Blick für die Auswahl von Bachblüten zu entwickeln.
Rescue-Tropfen für alles?
Viele Menschen haben Rescue Remedy Tropfen bereits in ihrer Hausapotheke, oder „für alle Fälle“ griffbereit in ihrer Handtasche.
Sie greifen zu Rescue-Tropfen bei:
- Dauerhaftem Stress im Beruf
- Nervosität
- Verstimmungen
- Depressiven Alltäglichen Ängsten
- Einschlafproblemen
Genau hier liegt ein häufiges Missverständnis. Was ich immer wieder beobachte, ist, dass Rescue-Tropfen im Alltag oft als ein universelles Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Dafür sind Rescue Tropfen nicht gedacht. Lass uns näher darauf eingehen.
Wofür sind Rescue-Tropfen?
Rescue-Remedy-Tropfen, oder kurz: „Rescue-Tropfen“ wurden von Dr. Bach als emotionale Nothelfer für akute Ausnahme- und Stess-Situationen konzipiert. Für Situationen, welche unser System plötzlich „erschüttern“. Das Anwendungsspektrum erstreckt sich dabei vom seelischen Notfall bis hin zur überbrückenden Begleitung bei körperlichen Verletzungen.
Hinweis: Rescue-Tropfen sind kein Ersatz für eine ärztliche Versorgung! Lt. Dr. Bach können sie aber sehr gut als ergänzende Beruhigung bis zur ärztlichen Versorgung angewandt werden.
Mögliche Einsatzgebiete:
- Das Miterleben eines Verkehrsunfalles
- Nach sogenannten „Hiobsbotschaften“
- Plötzlicher Tod eines geliebten Menschen oder Tieres
- Ein Kind hat sich einen Zahn ausgeschlagen, blutet stark und schreit vor Schmerzen
- Bei Verbrennungen
- Nach einem Sturz oder Hundebiss…
Diese Blüten sind in der Rescue-Tropfen-Mischung
Rescue-Tropfen bestehen aus speziellen Bachblüten, die auf jene fünf Reaktionsmuster zugeschnitten sind, die bei fast allen Persönlichkeitstypen in emotionalen Ausnahmezuständen auftreten:
- Star of Betlehem: für den Schockzustand
- Rock Rose: gegen Angst und Panikgefühle
- Impatiens: gegen die innere Anspannung
- Cherry Plum: gegen die Angst, aus Verzweiflung durchzudrehen
- Clematis: gegen das Gefühl „nicht ganz da zu sein“
Was genau sollen Rescue-Tropfen bewirken?
Lt. Dr. Bach kippt unser energetisches System in Ausnahmezuständen schnell in eine Art „Schockstarre“. Die Tropfen sollen dabei helfen, energetische Blockaden rasch zu lösen, und so dem Körper ermöglichen, die dafür erforderlichen Regulationsmaßnahmen einzuleiten. Die Wirkung soll sich innerhalb weniger Minuten zeigen.
Zahlreiche Erfahrungen von Anwendern schildern, dass sie sich nach der Einnahme der Notfalltropfen rascher wieder handlungsfähiger, innerlich gesammelter, und allgemein ruhiger fühlten. Auch Gregory Vlamis, Autor und Forscher, berichtet in seinem Buch anhand ca. 190 Fallbeispielen über zahlreiche eindrucksvolle Erfahrungen mit Rescue Tropfen (Buch: „Die heilenden Energien der Bach-Blüten“
Anwendung und Dosierung
Bachblüten Rescue-Tropfen sind bereits als fertige Bachblütenmischung in nahezu allen Apotheken erhältlich. In Ausnahmezuständen gibt man davon vier Tropfen in ein Glas Wasser, und trinkt davon viertelstündlich bis halbstündlich einen Schluck. In Extremfällen alle fünf Minuten. Sollte kein Wasser oder ein anderes Getränk zur Hand sein, kann man die Tropfen auch unverdünnt auf die Zunge geben.
Vorsicht bei einer Dauereinnahme!
Rescue-Tropfen sind, wie auch andere Bachblüten-Fertigmischungen, grundsätzlich nur für akute Themen, und nicht zur regelmäßigen Einnahme geeignet. Vor allem bei Ängsten greifen viele im Alltag rasch zu Rescue-Tropfen. Dabei gäbe es einige andere Bachblüten, die sich für den Alltag besser eignen würden.
Beispiel bei konkreten Ängsten
Eine Klientin von mir meinte einst, ihre ständigen Ängste seien furchtbar. Sie hielten sie davon ab, nicht das zu tun, worauf sie eigentlich Lust hätte. Aufgrund ihrer Angst vor einem Unfall, hatte sie deshalb den Urlaub mit einem Wohnmobil abgesagt.
In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass sie auch Angst vor Hunden und dem Schwimmen im See hatte. Außerdem sorgte sie sich stark um ihre Gesundheit, und meinte, sie wolle nicht wie ihre Oma an Krebs erkranken.
- Ihre Schilderungen sprachen für die Auswahl der Bachblüte Mimulus.
Diese kann immer dann zur Unterstützung herangezogen werden, wenn es sich, so wie in ihrem Fall, um konkrete Ängste handelt. Nach zwei Mischungen (sie hatte noch andere Blüten) meinte sie, sie wäre damit viel “lockerer“ geworden.
Beispiel bei vagen Ängsten
Im Gegensatz zu obiger Klientin kann ich mich noch gut an eine ehemalige Arbeitskollegin erinnern. Ich kam damals frisch von Dietmar Krämers Bachblütenseminar zurück, als sie mir im Nachtdienst ihre Ängste eingestand, und mich um Hilfe bat.
Sie erzählte mir, dass sie abends, wenn sie allein war, oft das Gefühl habe, jemand würde hinter ihr stehen, oder „mit ihr im Raum sein“. Es fühle sich für sie jedes Mal richtig schauerhaft an, sodass sie Gänsehaut bekäme. Dietmar Krämer hatte zuvor im Seminar genau über diese Ängste gesprochen.
- Die dazu passende-Blüte ist Aspen. Sie soll bei vagen, nicht konkret benennbaren Ängsten Unterstützung bieten. Meine Kollegin hat gleich am nächsten Tag mit der empfohlenen Blütenessenz begonnen. Nach einem Monat schilderte sie mir, dass „es“ jetzt viel besser geworden sei.
Gegen die Einnahme von Rescue vor einem Zahnartbesuch, einer Operation, einem Scheidungstermin oder Flugangst gibt es primär keine Einwände.
Bei einer Langzeiteinnahme kann es jedoch laut Dietmar Krämer nach 3-4 Wochen durch den sogenannten „Schieneneffekt“, zu einer Verschlechterung kommen. Unerwünschte Reaktionen, wie zum Beispiel eine zunehmende innere Unruhe, können dann dazu führen, dass das Gefühl entsteht, die Blüten würden „nicht richtig“ helfen.
Wer Rescue-Tropfen jeden Tag benötigt, befindet sich wahrscheinlich nicht mehr in einer Notfallsituation, sondern einem chronischen Stresszustand. Immer wiederkehrende Themen verlangen eine präzisere Bachblütenauswahl, welche die Ursachen und das Zusammenspiel individueller Gemütszustände berücksichtigen.
Fazit: Rescue-Tropfen nur für kurze Zeit einsetzen
Die wahre Stärke der Rescue Tropfen liegt lt. Dr. Bach darin, Menschen in Ausnahmesituationen zu unterstützen. Die darin enthaltenen fünf Bachblüten sind gezielt auf jene fünf Reaktionsmuster zugeschnitten, welche Menschen in akuten Stressmomenten durchlaufen.
Rund um die Anwendung von Rescue-Tropfen kommt es jedoch immer wieder zu Missverständnissen. Häufig werden diese für chronische Themen im Alltag eingesetzt. Dafür sind sie nicht geeignet, da es durch den sogenannten Schieneneffekt zu unerwünschten Reaktionen kommen kann.
Immer wiederkehrende, emotional belastende Themen im Alltag benötigen eine andere Bachblütenauswahl, die präzise und individuell auf Ursachen und Gemütszustände abgestimmt werden.
Wenn du eine für dich abgestimmte Bachblütenmischung finden möchtest, schau dir gerne hier meine Beratung an.
