
5 Fehler, die zu Überforderung führen, und wie du sie vermeidest
Kennst du das Gefühl, nicht zu wissen „wo dir grad der Kopf steht?“ Ein „zu viel“ von dem, was du tun solltest oder tun musst? Und vielleicht stellst du dir auch die Frage, warum gerade dir so viel auferlegt wird. In diesem Artikel zeige ich dir fünf häufige Fehler, die zu Überforderung führen, und was du stattdessen tun kannst.
Meist sind nicht „die Umstände“ schuld
Vielleicht hast auch du dir schon mal gedacht, alles wäre besser, wenn du von deinem Umfeld mehr Unterstützung oder Entgegenkommen erfahren würdest? Oder alles wäre anders, wenn du nur mehr Zeit hättest, deine Kinder, dein Partner oder die Kollegen besser kooperieren würden?
Doch in Wahrheit sind es weniger die äußeren Umstände, die uns scheinbar an unsere Grenzen bringen. Überforderung ist das Ergebnis kleiner, wiederholter Muster, die sich in unserem Alltag unbewusst als Gewohnheiten eingeschlichen haben.
Die gute Nachricht ist: Sobald wir diese erkennen, lassen sie sich auch verändern.
Fehler Nr. 1: Du hörst nicht auf die Signale deines Körpers
Warum das passiert:
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der ständige Produktivität belohnt wird, und Erschöpfung oft als Schwäche ausgelegt wird. Dies führt bei vielen Menschen zu Gedanken wie: „Ich muss Haltung bewahren“, „Andere schaffen auch mehr,“ oder „Ich möchte keine Schwäche zeigen.“
Diese Annahmen führen dazu, dass du andere nicht um Hilfe bittest, und deine Bedürfnisse unterdrückst, weil du sie als Zeichen von Schwäche hältst. Am Ende läufst du jedoch Gefahr, dass du dich selbst übernimmst.
Erschöpfung, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verspannungen sind mögliche Anzeichen, dass du deinem Körper zu wenig Aufmerksamkeit schenkst. Wenn du beginnst, die Signale deines Körpers ernst zu nehmen, und auf seine Bedürfnisse einzugehen, so wird dein Körper wieder vom Gegenspieler zu deinem Verbündeten.
Was du tun kannst:
- Regelmäßiger „Check-in“ bei dir selbst: Wie fühlst du dich, und was brauchst du gerade?
- Gib dir die Erlaubnis Pausen zu machen, bevor dich dein Körper durch Symptome dazu zwingt
- Vertraue deinem Körper, wenn er nach einer Pause verlangt und schätze ihn, auch wenn sein Tempo gerade nicht zu deinen oder den Erwartungen anderer passt
Fehler Nr. 2: Du unterschätzt wieviel Energie dich Dinge wirklich kosten
Warum das passiert:
Wir nehmen häufig an, jeder Tag müsse gleich produktiv sein, und möchten unser Programm wie gewohnt abspulen. Meistens planen wir den Tag nur nach Aufgaben, und übersehen dabei ein wichtiges Detail: Wieviel Energie uns bestimmte Aufgaben kosten.
Überforderung entsteht nicht immer durch ein „zu viel an Aufgaben“. Wir tendieren dazu, den Aufwand von Aufgaben zu unterschätzen. Oft sind es Belastungen, die zwar nicht laut sind, und uns aber schlussendlich erschöpft zurücklassen.
Worauf du achten kannst:
- Erkenne deine Energieräuber: Beobachte, welche Aufgaben, Menschen oder Gewohnheiten dich regelmäßig auslaugen
- Lege anspruchsvolle Tätigkeiten in dein leistungsstarkes Zeitfenster
- Baue danach ein Erholungsfenster ein
- Stärke deine Energiequellen: Wähle als Ausgleich Aktivitäten, die dir Kraft geben.
Fehler Nr. 3: Du hast hohe Erwartungen an dich selbst
Warum das so ist:
Viele von uns haben bereits früh erfahren, dass Leistung mit Anerkennung verbunden ist. Daraus kann sich im Laufe des Lebens völlig unbewusst folgender Glaubenssatz formen: „Wenn ich alles perfekt mache, dann werden Andere mich und meine Arbeit wertschätzen.“
Perfektionismus ist per se nichts Schlechtes! Manche Dinge verlangen ein gründliches und fehlerfreies Arbeiten. Wenn jedoch in vielen Bereichen deines Alltags ein ständiges „zu 100 Prozent geben“ mitschwingt, und du dir denkst: „Das hätte noch besser sein können“, oder ein „das darf mir nicht passieren“, läufst du Gefahr, mit diesem Druck deine Gesundheit zu schädigen.
Was du tun kannst:
- Hinterfrage eigene Maßstäbe: nicht alles verdient die gleiche Energie und Kontrolle. Manchmal sind 80% Engagement völlig ausreichend
- Finde „Erlauber- Sätze“ : „Ich bin gut genug und liebenswert, auch wenn ich Fehler mache“, oder „Es ist gut, wenn ich mein Bestes gebe, und mich dabei nicht übernehme“
- Übe Selbstmitgefühl: Achte auf einen positiven inneren Dialog, statt dich selbst zu verurteilen, wenn etwas für dich nicht „perfekt genug" war
Fehler Nr. 4: Du gönnst dir keine Pausen
Mögliche Annahmen dahinter:
- „Ich darf keine Zeit verlieren“
- „Ich bin nur produktiv, wenn ich durchziehe“
- „Wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig mache, bin ich schneller fertig“
Diese Annahmen führen dazu, dass Pausen fälschlicherweise als Schwäche oder Luxus angesehen werden. Dabei sind kurze Regenerationsphasen nicht der Feind unserer Produktivität, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür.
Unser Gehirn braucht Unterbrechungen, um Informationen zu verarbeiten, kreativ zu bleiben, und langfristig leistungsfähig zu sein. Ohne Pausen sinkt unsere Konzentration und Motivation, während Fehler und Stress zunehmen. Wer aktiv Pausen macht, arbeiten am Ende nicht weniger, sondern gesünder und mehr!
Was du tun kannst:
- Komm in die Selbstwahrnehmung: Wann springst du in einen „Mach schnell“- Modus?
- Plane Mikropausen ein: Mache Pausen verbindlich, indem du dir z.B. vornimmst, nach 50 Minuten Arbeit etwas zu trinken, oder kurz aufzustehen.
- Verlangsame dein Tempo: Nicht alles ist wirklich eilig (z.B. statt Treppen hochlaufen- normal gehen).
- Setze neue Gedanken als Gegengewicht: „Erst durch Pausen werde ich produktiver.“ „Ich darf eine Sache nach der anderen erledigen.“
Fehler Nr. 5: Du sagst „Ja“, obwohl du „Nein“ meinst
Warum das so ist:
Dieses Verhalten entsteht oft aus dem tiefen Wunsch nach Zugehörigkeit, Harmonie und Anerkennung. Das Schwierigste ist meist nicht, das Wort „Nein“ auszusprechen, sondern vielmehr der Umgang mit den unangenehmen Gefühlen, die dabei entstehen.
Manchmal passen wir uns mit einem „Ja“ lieber an, da wir uns nicht selbstbewusst genug fühlen, um mit Konflikten umzugehen. Oder wir haben Angst, nicht mehr dazuzugehören, und als egoistisch abgestempelt zu werden, wenn wir ehrlich unsere Meinung sagen.
Wenn du immer wieder „Ja“ sagst, obwohl du eigentlich ein inneres „Nein“ spürst, wirkst du zwar „pflegeleicht“, aber nicht authentisch. Und unbewusst sendest du dir selbst die Botschaft:“ Die Bedürfnisse der anderen sind wichtiger als meine.“ Dies führt häufig zu unterschwelliger Wut und Erschöpfung.
Was du tun kannst:
- Verstehe dein Warum: Hast du Angst vor Ablehnung oder Konflikten, möchtest du es allen recht machen, oder fühlst du dich für alles verantwortlich? Dieses Verständnis kann dir dabei helfen, bewusster zu entscheiden.
- Ersetze Schuldgefühle durch Verantwortung: Nein zu sagen ist ein Ausdruck von Selbstachtung und bedeutet: Ja zu deiner Zeit, Ja zu deiner Energie, und Ja zu deinen Bedürfnissen. Überlege dir: „Was genau ist dein Ja zu dir, wenn du Nein sagst?“
- Verschaffe dir Zeit: Indem du z.B. sagst: „Ich überlege es mir, und gib dir Bescheid“, oder „Ich muss zuerst noch in den Kalender schauen“, verhinderst du automatische Zusagen, die du später bereust.
- Fang klein an: Übe in weniger emotionalen Situationen Nein zu sagen, z.B. bei einem Gefallen im Freundeskreis, oder bei Einladungen, auf die du keine Lust hast.
- Formuliere kurze Sätze: Ein Nein braucht keine Entschuldigung oder Rechtfertigung. Je kürzer und klarer, desto selbstbewusster wirkst du.
Fazit: Erlernte Muster, die veränderbar sind
Meist sind es nicht „die Umstände“, die uns scheinbar an unsere Grenzen bringen, sondern das Ergebnis wiederholter, Muster:
Die Signale des Körpers zu ignorieren, alles schnell, perfekt, oder ohne Pause machen zu wollen. Aber auch, das Energielevel bestimmter Aufgaben zu unterschätzen und „Ja“ zu sagen, obwohl wir eigentlich „Nein“ meinen.
Vielleicht hast du beim Lesen dieses Artikels ein persönliches Muster entdeckt. Dann möchte ich dir gern an dieser Stelle sagen: Du bist nicht zu sensibel oder zu schwach! All diese Muster sind keine Schwäche. Sobald du erkennst, welche Muster bei dir aktiv sind kannst du sie auch verändern.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, dann komm gern in mein „Jetzt-ICH“ 1:1 Mentoring. Dort helfe ich dir dabei, deine Muster nicht nur aufzudecken, sondern gezielt, anzugehen.
